Sonntag, 16. Dezember 2007

ein fast perfekter Tag: Shoppen und Snoop Dogg Konzert

Nach den zwei schönen aber auch anstregenden Wochenende zuvor, hatte ich mir für das WE vom 8. und 9.12. nur noch vorgenommen das Nachtleben in Santiago weiter zuerforschen und danach schön ausschlafen. Hat auch geklappt mit ein paar Zusätzen :-).
War Freitag mit Sarah bis 5 unterwegs, ausgeschlafen, gegen 13 Uhr mit der family geskypet und dann eigentlich nur vorgehabt Lebensmittel einzukaufen, da in meinem Kühlschrank wieder mal gänende leere herrschte. Da ich ja mal etwas Zeit hatte, wollte ich mal zu einem Hiper Lider fahren, also einem riesen Supermarkt a la USA. Dort angekommen musste ich feststellen, dass es dort auch noch so einige andere Läden gab u.a. ein Adidas und Nike Outlet.
Ergebnis der Shopping-Tour war dann: 2 paar Schuhe, 4 Taschen, 1 Top, 1 Trikot, 1 Sporthose und absolut keine Lebensmittel :-).
War dann um 21:15 wieder in meiner Wohnung und wollte mich jetzt um die Abendplanung kümmern, da ich tagsüber viel zu abgelenkt war abgesehen davon, dass mein Handy Guthaben leer war. Also Notebook angemacht und schon krieg ich ne Nachricht von Sarah, ob ich mitkommen möchte mit ihr und noch ein paar anderen Leuten die erst auf das Snoop Dogg Konzert gehen. Snoop Dogg Konzert in Santiago und ich krieg nichts davon mit!?! War erstmal kurz vor einem Herzkasper, weil ich unbedingt hinwollte. Glücklicherweise hatte ich wengistens noch Skype Guthaben und habe schnell den Carl angerufen. Von ihm habe ich erfahren, dass das Konzert schom um 21:30 anfangen sollte, also inzwischen in 10 min. Scheiße! dachte ich nur, bis er auf einmal fragte, ob ich in meiner Wohnung bin und wie lange brauche um mich fertig zu machen. Alles klar, ich mich also in 5 min. fertig gemacht und dann schnell auf den Weg zur Wohnung wo er gerade mit 4 anderen war. Von dort aus haben wir uns dann mal eben ein Taxi quer durch die Stadt genommen für 3 € ;-), nicht pro Person! insgesamt!
Schnell noch ne Schwarzmarktkarte für knapp über 30€ gekauft (8 € über Normalpreis war es mir dann wert) und dann waren wir so gegen 22:00 Uhr drin und ein paar Minuten später kam er dann schon auf die Bühne. Perfektes timing würd ich sagen.
Konzert war auf jeden Fall sau geil und danach wieder bis 5 tanzen gewesen! Danach wieder ausgeschlafen und noch das Wetter genossen. Ein weiteres tolles WE, was leider bloß viel zu schnell wieder vorbei war








Erdbeben in Valparaiso

Heute habe ich dann doch noch rausgefunden, dass das Erdbeben in Valparaiso knapp 100 km von Santiago entfernt war und eine Stärke von 5,5 hatte.
Zufälligerweise habe ich gerade für diesen Sonntag, also in etwa 8 std, geplant hinzufahren
Wollen wir mal hoffen, dass es sich dort nicht so schnell wiederholt.

Samstag, 15. Dezember 2007

hui, wieso wackelt denn auf einmal alles?

ja, das habe ich mir etwas vor einer Stunde gedacht als ich gerade einen Anruf von Linda gekriegt habe und dabei merke, dass der Boden wackelt, ich wackele, mein Fernseher wackelt und die Wände auch! Einen Moment hat es gedauert bis ich geschnallt habe, dass es sich um ein Erdbeben gehandelt habe. War schon ein komisches Gefühl, da es das erste mal war, dass ich ein Erdbeben erlebt habe. Zwar gab es ja schon ein richtig starkes im Norden von Chile seit dem ich hier bin. Man hat es auch in Santiago und auch in meinem Bürogebäude gespürt, da hatte ich es aber gerade geschafft in einem seeeeehr sicheren Ort während eine Erdbebens zu sein: Ich war im Fahrstuhl auf dem Weg zum Mittagessen und habe daher nichts mitgekriegt.
Sehr sicher ist nur leicht ironisch gemeint, ich glaube es gibt nur einen Ort wo ich noch wengier sein wollte während einem Erdbeben und dass ist der minus 6. Stock in meinem Gebäude wo ich einen kleinen Keller habe.
Inzwischen hab ich mich aber wieder beruhigt, wie strak das Erdbeben war und wo das Epizentrum lag, habe ich aber noch nicht rausfinden können.
Jetzt gehts es erstmal zum Weihnachtsgrillen in Shorts mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf :-).
Bericht über das letzte WE wird dann hoffentlich auch noch bald folgen und dann habe ich ja alles aufgearbeitet.

WE in Mendoza, Argentinien

Am WE vom 1.12. bin ich mit Nina, Kathrin und Sebi nach Mendoza, Argentinien mit dem Bus gefahren. Mendoza ist gleich die erste Stadt wenn man von Chile nach Argentienien auf dieser Strecke fährt und normalerweise der Pilgerort für alle, die ihr 3-monats Touristenvisum wieder auffrischen müssen. Allerdings ist es es halt auch eine Gelegenheit einbisschen vor Argentinien kennen zulernen und günstig einzukaufen ;-).

Nina konnte uns etwas günstiger Bustickets besorgen und so sind wir für etwas über 20€für Hin- udn Rückfahrt am Freitag abend um 23:00 losgefahren sind und am nächsten morgen um 7 Uhr am Terminal, wie man hier einen Busbahnhof zu recht nennt (das war ja meine erste Busreise hier und ich war echt geschockt wie groß der Terminal in Santiago war!), angekommen, nach etwa 2 ½ std rumstehen und warten mitten in der Nacht an der Grenze zu Argentinien.
Oh man, da ist mir erstmal aufgefallen was für Glück wir damit in Europa haben, wo man ohne Probleme und anhalten mal eben nach Holland, Frankreich oder sonst wo rüberfährt.

Unser Samstag bestand hauptsächlich darin rumzulaufen, sich die Stadt anzuschauen, shoppen und Essen - natürlich ein leckeres argentinisches Stück Fleisch. Leider habe ich es nicht geschafft ein Fotos davon zu machen, der Hunger hat Fotos machen völlig berdrängt ;-).


Sonntag sind haben wir dann einen Ausflug u.a. zur Inka-Brücke und dem Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas gemacht. Es war echt schön, hat aber wieder bedeutet einige Stunden in einem Bulli unterwegs zu sein. Fotos könnt ihr dann unten sehen.

Die Unterschiede zwischen Santiago und Mendoza sind schon gewaltig und das hat nicht nur mit der Größe von Mendoza zu tun.
Man hat gleich gemerkt, dass die Leute in Argentinien um einiges ärmer sind. Was für Autos da rumgefahren sind, kann man sich gar nicht vorstellen. Bei mindestens der Hälfte der Autos hätte ich nie gedacht, dass sie überhaupt noch fahrbereit sind.
Ich habe Reifen gesehen, die so abgefahren waren, dass man wirklich absolut kein Profil gesehen hat. Die Preise für Essen und Getränke waren ebenfalls um einiges günstiger als in Chile. Als wir den ersten morgen frühstücken waren, haben wir zusammen etwa 5 Euro ausgegeben für 4 Getränke + Essen.
Eine nicht zu unterschätzdende Gefahr stellen die Gehwege dar! Da muss man echt aufpassen wo man herläuft und immer auf den Boden schauen. So ein 1 m tiefes Loch war überhaupt keine Seltenheit.

Der Rückweg war dann noch etwas beschwerlicher als der Hinweg. Sind ebenfalls um 23:00 aus Mendoza losgefahren und haben insgesamt 4 std. an der Grenze verbracht. Ich bin so froh, dass ich immer und überall einfach schlafen kann, sodass ich wirklich bis zu dem Moment geschlafen habe, bis wir aus dem Bus steigen mussten. Was die Abfertigung an der Grenze angeht sind die Chilenen noch um einiges strikter und haben diesen Prozess noch nicht so ganz „optimiert“. Das komplette Gepäck wird durchleuchtet bzw. von einem Hund abgeschnüffelt nach dem man sich Ausreisestempel von Argentinien und Einreisestempel von Chile geholt hat. Problem da bei ist, dass sie mit dem Durchsuchen erst dann anfangen bis auch die letzte Person aus dem Bus in dem extra Raum dafür angekommen ist!

So waren wir dann um 2 Stündchen verspätet in Santiago angekommen am Montag morgen. Nach dem wir uns dann morgens mir unserem Gepäck dann noch in die super volle Metro (da Rush Hour) gedrängelt haben, war ich um 8:20 in meiner Wohnung. Schnell noch geduscht und dann für chilenische Verhältnis noch super früh um 9 auf der Arbeit angekommen J. Witztigerweise war ich schon lange nicht mehr so ausgeschlafen und fit wie an dem Tag.




Unser Hostalzimmer. Wenn wir darin zu viert waren und jeder auf seinem Platz gelegen hat, war es nicht leicht eine Platz für unsere Klamotten zum abstellen zu finden.

Das nenne ich Verkabelung!





Eines der Schmuckstücke denen mal immer wieder über den Weg läuft.








Ein sehr schöner Park in Mendoza mit einem künstlich angelegten See. Witztig war, dass die zwei Polizisten in dem Boot die die ganze Zeit im Kreis rumgefahren sind und keine Ahnung was zu tun oder zu bewachen.


Unser Hostal - ohne Empfehlung und daher auch genauer Adreses hätten wir es nie gefunden, da es kein Schild, kein gar nicht gab, was darauf hindeuten könnte, dass es sich um eine Hostal handelt.





Wie recht die Argentiner doch haben! :-) (feos = die Hässlichen, lindas = die Schönen)





Der Aconcagua mit seinen sechs tausend und noch irgendwas meter.

Raften im Kaffebraunen Rio Maipo

Ja, dazu muss man sagen, dass es in der Zwischenzeit schon geschafft habe 2 mal Raften zu gehen. Einmal am 25.11. und dann noch mal heute.
Für den 25.11. hat der Mathias eine Gruppe von 8 Deutschen organisiert. Wir sind dann zum Cascada de las Animas, so einer Art Resort, gefahren, der einfach etwas weiter „unten“ an dem Gebierge liegt, an dem ich den Tag zuvor trekken war.
Dementsprechend könnt ihr euch vorstellen wie warm bzw. kalt das Wasser war, was einige km weiter oben noch Eis war. (Heute hat man mir gesagt durchschnittlich sind 4 Grad)
Kaffeebraun ist der Fluss jedoch nicht weil es so schmutzig ist, sondern weil der Sand/Lehmboden z.Z. auch noch durch die Schmelze aufgewirbelt wird.
Im Sommer hat der Rio Maipo auf der 16km langen Strecke eine Stärke von 3+ auf einer Skala bis 5 (6 wird nicht kommerziell genutzt). Dementsprechend hat es wirklich viel Spass gemacht. Wir haben es auch geschafft, dass keiner aus dem Boot geflogen ist. Allerdings hatte man uns schon vorher gesagt, dass es an einer ungefährlichen Stelle möglich ist freiwillig sich einbisschen im Wasser treiben lassen.
Witztig war es dann als unser Guide meinte:
Guide: Jetzt könnt ihr ins Wasser wenn ihr wollt.
Wir: Hier kann mal also dann ins Wasser gehen?
Guide: Ja, hier ist die Stelle!
Wir: Ach so, also das ist die Stelle?!?
Guide: Ja, hier könnt ihr ins Wasser gehen!
Wir: Ok, hier kann man also rein.
(leider krieg ich es nicht mehr ganz auf die Reihe wie das ablief, abgesehen von der Übersetzung)

Naja, dann war auch schnell der Erste drin und der Rest ist gefolgt. Ja, das war mal wieder ne neue Erfahrung. Trotz Neoprenanzug wird es am Anfang doch sehr frisch, habe es heute aber nochmal gemacht :-).

Nun, zu dem warum ich heute nochmal dazu gekommen bin. 2 Tage nach dem ich raften war, kriege ich eine Einladung zum Betriebsausflug (2.ter innerhalb der kurzen Zeit, die ich hier bin) zum Cascada de las Animas und man konnte sich gleich auch eine Aktivität für den vormittag aussuchen: Raften, Reiten oder Wandern.
Habe mich also gleich wieder fürs Raften eingetragen, da ich es echt toll fand.
Nachmittags, nach einem ausgibigen Essen, habe ich mich nur noch an den Pool gelegt.
Ja, so könnte von mir aus jeder Tag sein.

Was Fotos angeht wird es demnächst noch mehr davon geben und dann sogar welche richtig in Aktion. Es wurden unterwegs Fotos von uns gemacht und wir haben die CD's bei beiden Malen gekauft, aber von beiden Malen habe ich sie noch nicht.











chic chic ne!?! Das war allerdings noch nicht alles. Darüber kam noch eine Windjacke und natürlich eine Lifevest (oder wie auch immer das nochmal heißt, ihr wisst schon was ich meine) und ein Helm.




Trekken zum Gletscher El Morado

Es wird wieder Zeit, dass ich mein Blog aktualisiere. Habe in der Zwischenzeit einiges erlebt und viele schöne Fotos gemacht. Werde versuche alles bis zum Mittwoch den 19.12 aufzuholen. Denn dann geht’s auf die Osterinsel um Weihnachten dort zu verbringen ;-). Direkt im Anschluss kommen meine Schwester Linda und ihr Freund Andreas wir fliegen nach Patogonien oder auch dem "fin del mundo" wie es hier so schön heißt.

Los geht’s mit dem WE vom 24.11. an dem ich eigentlich nur Raften am Sonntag vor hatte, bis mich ein Arbeitskollege, der nebenbei eine kleine Ökotourismusfirma hat, kurz vor Feierabend angerufen hat um mich zu fragen, ob ich Lust habe am nächsten Tag 5 std. durch die Anden zum Gletscher El Morado zu trekken. Also etwas was ich noch nie gemacht habe und deshalb gleich eingewilligt habe.

Loso ging es morgens früh um 8 mit einem kleinen Bulli Richtung Cajon del Maipo. Ich war wieder mal überrascht wie schön die Umgebung ist, sobald man aus der Stadt kommt. Es war sehr interessant und ich hätte mir gerne länger die Umgebung einfach aus dem Bulli angeschaut, aber leider habe ich es trotz höchster Anstrengungen nicht geschafft meine Augen aufzuhalten.

Mit dem Bulli sind wir dann auf etwa 2000 m gefahren und dann ging es wirklich los. Komisch war es schon auf einmal Schnee zu sehen und noch komischer einige std. dadurch zu wandern, während man weiß, dass 100 km entfert die Leute in Santiago sich den Arsch abschwitzen.

An sich war es aber die ganze Zeit auf dem Aufstieg auf 3200m sehr warm, aber oben angekommen kamen die Fleecepullis und Polarjacken schnell raus.
Während wir den Ausblick einfach nur genossen haben, haben wir dann auch ein richtiges Picknick gemacht. Wie lecker so ein paar Sandwiches, Äpfel und Süßigkeiten sein können nach ein paar std. bergauf wandern, hatte ich schon fast vergessen :-).



der El Morado



nein, ich seh gar nicht wie ein Touri aus ;-)






Durch die vielen verschiedenen Mineralvorkommen waren die Berge so "bunt" wie ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Montag, 12. November 2007

mal einbisschen ablästern....

Da ich bisher nur über positives berichtet habe, muss ich endlich mal auch die Kleinigkeiten, die einen manchmal zum verzweifeln bringen können, hervorholen.

1. Konkreter Anlass: Habe vor ein paar Tagen meine Wasser- und Stromrechnung gekriegt, die man hier entweder direkt bei den Betreibern bar bezahlen kann oder auch bei sogennanten ServiPag's, also Dienstleister, bei denen man zumindest theoretisch alle seine Rechnungen bezahlen kann und nicht zu jedem einzeln laufen muss. (Für mich an sich sehr praktisch, da ich dann hier kein Bankkonto eröffnen brauche, was ebenfalls nur höchstem bürokratischen Aufwand möglich ist!)

Bin also schön nach dem Feierabend in eine Mall direkt bei mir in der Nähe, da diese sowohl einen ServiPag, also auch ein Supermarkt hat. Schon von weitem seh ich, dass sich davor ein Menschenmenge gebildet hat, trotzdem geh ich rein und zieh meine Nummer (hier muss man immer und überall, sogar in Apotheken/Drogerien/Käsetheken......., eine Nummer ziehen und warten bis man dran ist). Ein Blick auf meine Nummer (136) und das Anzeigeschild (956) der Nummer die gerade bedient wird: na klasse, muss ja aber eh noch einkaufen gehen. Nach ganz entspanntem einkaufen, komm ich also wieder und muss feststellen, dass immer noch 130 Leute vor mir sind, aber ich bin ja in einer Mall, dann besorg ich mir halt was zu essen.

Eine weitere halbe Stunde später kommen ich also mit vollem Magen zurück und muss schon wieder feststellen, dass immer noch 70 Leute vor mit dran sind. Na gut denk ich mir und geh halt einbisschen shoppen. Nach insgesamt 1 1/2 std bin ich dann doch noch mal drangekommen und habe dann erfahren, dass ich meine Stromrechnung doch nicht bei ServiPag bezahlen kann, da die Firmen nicht zusammenarbeiten. Letztendlich habe ich dann also 1 1/2 std. rumgetrödelt, damit ich meine Wasserrechnung von umgerechnet 3,5€ bezahlen konnte. Alles klar!

Der ein oder andere wird sich jetzt fragen, warum zumindet die Chilenen, die ja ein Bankkonto haben, das ganze nicht per Internetbanking lösen. Das dürft wohl daran liegen, dass hier eine 600er Internetleitung schlappe 50€ kostet. Das ist 1/6 des Bruttegehalts eines Concierge in meinem Haus (warum ich das weiß siehe Punkt 4.).


2. Wenn man nach Chile kommt, ist es sehr hilfreich wenn man gedulig ist (wie auch schon am ersten Beispiel erkennbar), ist man das nicht (so wie ich) muss man schon das ein oder andere mal einfach nur an den Kopf fassen: Kassiererinnen arbeiten hier grundsätzlich in einer so atemberaubenden Geschwindigkeit, dass man einfach einpennen könnte in der Schlange auch wenn bloß eine Person vor einem steht. Die ersten Tage dachte ich noch, dass ich zufällig immer an eine Mitarbeiterin gerate, die gerade an dem Tag ihren ersten Tag hat und gleichzeitig nicht unbedingt ein Talent für ihren Job hat. Aber irgendwann zieht diese Entschuldigung auch nicht mehr...

Interessant fand ich auch mal, als eine Kassiererin gerade als ich als Letzte dran war, mal eben angefangen hat die Kasse zu zählen anstatt mich meine 5 € bezahlen zu lassen und es dann anzufangen.

Kassensysteme sind auch nicht ganz das was sie sein sollten. Wollte mal einen Betrag von 20 € mit der Kreditkarte bezahlen, weil ich nicht genug Bargeld hatte. Ja, aus dem Laden bin ich dann erst 40 min. nachdem ich bezahlen wollte wieder mit einer Tüte in der Hand rausgekommen. Ihr System wollte mich nicht den Betrag in einer Rechnung zahlen lassen, sondern in 4! An sich kein Problem für mich, aber wohl irgendwie für die Angestellten. Zur Höchstzeit haben sich dann 5 Mitarbeiter hinter der Kasse angesammelt und mir versucht was auf spanisch zu erzählen und das Ding zum funktionieren zu bringen bis ich irgendwann nur noch genervt meinte, dass ich jetzt Bargeld holen gehe und sie mir doch bitte sagen sollen, wo die nächste Bank ist. Naja, es hat sich dann auch ein englischsprechender Angestellter gefunden, der mir auch sagte, dass es eine Bank genau auf der anderen Straßenseite gibt. Problem: an diesem Tag hat ausgerechnet da ein Punkkonzert stattgefunden und die Polizei hatte alles abgeriegelt und stand da mit Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen! Gott sei Dank ist der Angestellte mitgekommen und redete dann auf die Polizisten ein, dass sich mich doch bitte durch die Absperrung lassen. Nachdem ich dann endlich genug Bargeld hatte, wollte das Kassensystem aber gar nichts mehr machen und ist abgestürzt. Als ich dann gefragt hab, ob ich nicht an einer Kasse einer anderen Abteilung zahlen kann, hieß es: nee, das geht nicht. Ja, das war mir dann auch eine Lehre: also immer genug Bargeld mitschleppen.

3. Ja, die Chilenen sind sehr gesundheitsbewusst!?! Es gibt hier alles auch "light", sogar SALZ!!! Gleichzeitig kann man aber noch nicht mal einen Orangensaft finden, der nicht aus 50% Zucker besteht auch wenn da light drauf steht.

4. Datenschutz: haha ;-). Nochmal zurück zu den Concierge die hier im Hause Tag und Nacht sitzen. In Chile gibt es zusätzlich zu den Nebenkosten, die man in Deutschland kennt, auch noch die sogenannten gastos comunes. Diese beinhalten halt das Gehalt der Concierge und alles was sonst noch anfällt für die Pflege und Administration des Gebäudes. Das krasse ist, dass auf der Abrechnung das Gehalt bis auf den letzten Cent zusammen mit dem Namen des Concierge steht! und noch besser find ich, dass ebenfalls alle nicht bezahlten Rechnungen mit Betrag und Name des Mieters auf der "schwarzen Liste" stehen und die somit schön noch mal an den Pranger gestellt werden.

Übrigens kann sich so ein Concierge noch nicht mal die Kaltmiete einer der Wohnungen leisten und muss davon wahrscheinlich eine ganze Familie ernähren.

5. Essen gehen. Da wir hier bei Siemens keine Kantine haben, sowie wohl mehr oder weniger alle Firmen hier, geht man mittags halt auswärts essen. Servicewüste besteht in der Hinsicht nicht nur in Deutschland. Bisher hat noch keine Bedienung, von keinem der unzähligen kleinen Restaurants es geschafft, dass alle gleichzeitig gegessen haben und ich rede von max. 4 Personen. Grundsätzlich ist es eher so, dass der letzte sein Essen kriegt, wenn der erste schon fertig ist und dass obwohl es in den meisten Fällen nur auf den Teller gehauen wird! Es ist ebenfalls möglich seinen Salat, der als Vorspeise gedacht ist, erst zur Nachspeise zu kriegen, obwohl man die Bedienung schon 2 mal darauf aufmerksam gemacht hat, dass noch ein Salat fehlt. Man muss dazu sagen, dass in den Restaurants 4-5 Bedienungen auf 30-40 Gäste kommen.

6. Läden. Neben den besagten Kassiererinnen gibt es auch noch scheinbar tausende andere Angestellte. Mehr als die Hälfte davon sind Sicherheitsangestelle. Oft kommt es mir so vor, dass mehr Sicherheitsangestelle in einem Laden sind, als Kunden. Weiterhin gibt es dann noch die Angestellten der verschiedenen Abteilungen, die in Gruppen von min. 6 Leute in einer Ecke stehen. Dieses Rudelverhalten soll, glaub ich, vor Serviceangriffen (auch Kundennachfragen genannt) schützen..

7. Höflichkeit. Grundsätzlich finde ich es ja nett, wenn einem die Tür aufgehalten wird und so weiter und so fort, aber hier übertreibt man es dann doch einbisschen. Wenn ich z.B. nur mit Kollegen essen gehe, muss ich immer und überall als erste durch ne Tür gehen. Auch wenn ich als letzte daher gehe, stellen sich alle zur Seite und warten bis ich vorbei bin. Noch schlimmer ist es nur noch in den Aufzügen, da muss ich natürlich auch als erste rein, aber da halten die sogar noch die Hand vor die Türen des Aufzuges, sodass ich wahrscheinlich nicht von ihnen zerquetscht werden. Naja, auf jeden Fall gehe ich dann halt durch bis zum Ende, weil ja auch noch andere Leute einsteigen wollen und muss mich dann wieder von hinten durchkämpfen und als erste wieder raus, wobei natürlich auch wieder dafür Sorge getragen wird, dass ich nicht eingeklemmt werde. Man fühl ich mich hier sicher :-).

8. Sprache. Gut, ich wusste mein spanisch ist nicht gerade gut, aber was ich hier sprachetechnisch vorfinde war mir nicht bewusst.

Die Begrüßung ist hier nicht wie man so schön gelernt hat: como estas sondern (Lautschrift) como etai? He, wat für ein Ding?

Es wird hier grundsätzlich kein s ausgesprochen, es sei denn es steht am Anfang eines Wortes, d.h. estas listo (bist du fertig) hört sich hier an wie: eta lito. Bis ich dann alle Möglichkeiten durchgegangen bin, was das nun bedeuten könnte, vergeht schon meist ein Weilchen.

Das b wird wie ein v ausgesprochen. Beispiel: febrero ist dann hier fevrero und Wortenden sind ja sowieso total überbewertet. Die braucht man hier nicht! Ich wohne hier in der Staße Diego de Velasquez und wenn das ein Chilene ausspricht hört es sich an wie: DiegodeVelaqu(e) (das e wird schon nur ausgesprochen wenn man glück hat). Es ist oft fast unmöglich zu unterscheiden wo ein Wort endet und das nächste anfängt! So schnell labbern die.

Auch habe ich schon öfter mal von jemandem gehört ich sein ein WOW WOW oder WAU WAU (wie auch immer das geschrieben wird). Ich bin doch kein Hund!! dachte ich im ersten Augenblick und war aber auch gleichzeitig froh, dass es eine etwa mitte 40 Jahre alte Kollegin war, die es zu mir als erste gesagt hat, so dass ich mich auch nicht angemacht fühlte. Wie es sich rausgestellt hat, soll das soviel heißen, dass ich ein "Baby" bzw. sehr jung bin. Gut zu wissen!

Naja, glücklicherweise gibt es dazu den ganzen Tag Sonnenschein, damit lassen sich dann auch diese Kleinigkeiten meist mit nem schmunzeln ertragen ;-).....

Sonntag, 11. November 2007

Bus fahren - ist doch ganz easy...oder doch nicht?!?

mein 405er und die tollen Schilder

Straßenbau scheint hier nicht unbedingt auf dem Lehrplan zu sein ;-)


Obwohl ich zu dem äußerst glücklichen Teil der Bevölkerung Santiagos gehören, die nicht jeden Tag auf Bus und Metro angewiesen sind, dachte ich es ist mal ne gute Gelegenheit auf dem Weg in eine Mall das Bus fahren zu erkunden.


Man stelle sich vor es gibt tausende Busse hier in Santiago, jedoch keine Busfahrpläne und selbst Bushaltestelle gibt es erst seit einem Jahr (früher konnte man einfach an jedem Stop-Schild ein- oder aussteigen). Jeder Bus hat zwar eine Nr. und ein Schild mit etwa 5-10 Straßennamen, wo er her fährt auf dem Weg durch eine 6 Millionen Einwohner Stadt, an welcher Stelle er aber auf eine bestimmte Straße fährt und wo Bushaltestellen sind weiß man halt, wenn man die Strecke öfter mal gefahren ist oder man weiß es halt eben nicht, wie in meinem Fall ;-)!


Davon nicht entmutigt, stelle ich mich also an die Bushaltestelle direkt vor meinem Haus und sehen schon: ja, die Busse fahren hier in Richtung Stadtteil Las Condes, ist doch ganz easy. Schnell merke ich, dass da auch 2 Linine hinfahren und entscheide mich kurzerhand für Linie 405 und freu mich schon nach also ich schon nach kurzer Zeit einen 405er auf mich zukommen sehe. Er wird immer langsamer und also er gerade etwa vor meinen Füßen ist, drückt der Fahrer schön aufs Gas und lässt mich stehen.

Hmm, wie reagiert man denn darauf? Es stehen noch so einige andere Leute an der Bushaltestelle also: na klar, völlig gelassen: tütütü, ne, mit dem ICH wollte gar nicht fahren. ;-)
Doch was habe ich falsch gemacht? Habe mich also also auf die "Lauer" gelegt und die Chilenen beobachtet. Wenn ein Bus kommt, in den sie einsteigen wollen, wird der Arm rausgehalten und wenn der Bus sozusagen in "zweiter Reihe" fährt, sollte man dazu noch ganz schnell mit dem Arm wedeln. Die Busfahrer halten halt nur dann wenn einer aussteigen möchte, oder wenn man ihnen ein Zeichen gibt, dass man einsteigen möchte.

Alles klar denk ich mir, das kann ich auch! Bis es dann soweit war, dass ich dier unter Beweis stellen konnte, sind mindestens 20 min. vergangen und 5 von den anderen Bussen, dem 411er, an mir vorbei gefahren.

Als ich dann endlich im Bus sitze, merke ich: so ganz richtig ist der hier nicht. Also entscheide ich mich auszusteigen und den Rest zu laufen.

Leider macht jedoch mein Lonely Planet in seinen Karten keinen Unterschied zwischen einer normalen Straße und einer Stadtautobahn, auf der ich geplant habe hinzulaufen. Nach weitere anderthalb Stunden habe ich es dann doch noch geschafft an der Mall anzukommen. Insgesamt hat es mich dann mehr als 2 std. gebraucht.

Gott sei dank, haben die Malls hier bis 22 Uhr auf und dies ist eine besonders schöne. ;-) Trotzdem habe ich selbst bis heute es nicht geschafft einmal komplett durchzulaufen, auch wenn ich an einem Sonntag mal 8 std. darin verbracht habe.


Nun zurück zu meinem ersten Buserlebnis. Irgendwann wollten die Läden dann doch schließen und ich habe mich schon auf das ganze im Dunkeln gefreut!

Die Rückfahrt hat mich dann sehr an eine Achterbahnfahrt erinnert, was sowohl die Dauer als auch die Art sehr gut beschreibt. Wenn die Busfahrer hier mal freie Fahrt haben, dann fahren sie auch so! Wenn man sich dazu dann noch solche Straßen vorstellt wie auf dem Bild, kann man sich das so vorstellen, dass man sozusagen immer wieder eine "Rampe" hochfährt, kurz abhebt und wieder landet.
Also war ich wieder erwarten, war ich dann bloß 5-10. min später in Providencia (Stadtteil in dem ich wohne).

Ja, ich musste feststellen, dass Bus fahren hier wohl eher nicht so ganz einfach ist.

Allerdings war ich sehr erleichtert, als mit die Chilenen erzählt haben, dass sie genauso wenig einen Durchblick haben und auf unbekannten Strecken nicht viel besser als ich darstehen.

Mittwoch, 7. November 2007

San Pedro de Atacama und noch viel mehr..

Letzte Woche habe gleich mal das eh schon lange WE durch Allerheiligen noch durch einbisschen Urlaub verlängert und dazu genutzt nach Calama zu fliegen und von dort aus nach San Pedro de Atacama zu fahren. San Pedro ist eine winzige Oase in der trockensten Wüste der Welt: der Atacama Wüste. Gleichzeitig ist es aber auch Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, da es Ausgangspunkt für zahlreiche Sehenswürdigkeiten Nord-Chiles ist.
Lama oder Vicuna?!? 10 mal den Unterschied erklärt gekriegt und ich kann die Dinger immer noch nicht unterscheiden


Hostal Sonchek


San Pedro de Atacama

Valle de la Muerte


na das fängt da gut an...

Erster Tag, erste Tour und erster Stopp: na klar, da springt das Ding einfach nicht mehr an. Gott sei Dank gibts hier nicht soviele Automatik-Autos. Nach kurzer Anstrengung der männlichen Reiseteilnehmer ging es dann weiter....







Tagestour nach Bolivien: Am 2. Tag ging es dann gleich für einen Tag nach Bolivien, was bloß 40 km von den Pedro de Atacama entfernt liegt. Kein Ding also. Als ich dann jedoch das Gefährt gesehen habe, welches uns doch über 2000 Höhenmeter bringen sollte habe ich nicht schlecht gestaunt: Ein min. 20 Jahre alter Bus, dessen Tür kaputt war und daher jedesmal vor Fahrtantritt festgebunden werden musste. Hinzu kam noch, dass ab der Grenze nach Bolivien keine "Straßen" gab. Stattdessen gab es querfeldein irgendwelche Fahrspuren, die kreuz und quer durch die Landschaft gingen. Was das angeht: nochmal Respekt an den Fahrer, denn es gab daher natürlich auch keine Schilder oder sonst irgendwelche Orientierungsmöglichkeiten.

Hab versucht ein Video, was ich während der Fahrt gemacht habe hochzuladen, damit ihr einen Eindruck davon habt, wie ich einen ganzen Tag lang durchgeschüttelt wurde (kommt dann hoffentlich demnächst noch), eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen.!




Laguna Blanca


tanken.....

35 Grad heiße Quellen - schön um sich mal wieder aufzuwärmen!


Rätsel: Tür zu oder Tür nicht zu?
In Bolivien natürlich Tür zu!!!

Geysiere in Bolivien auf 4850m.

Laguna Colorada - in Wirklichkeit ist sie noch viel greller pink-rot als auf dem Foto zuerkennen.


Mittagessen


Laguna Verde - Bolivien

Heiligenschein über Vulkan Licancabur :-)


Tatio Geysiere - um die zu sehen, muss man sich schon um 4 Uhr nachts auf den Weg machen! Hat sich aber gelohnt. Zum frühstückt gab es dann in einem Geysier gekochte Eier.


Ich seh nicht nur aus wie ein Michellin-Männchen, ich habe mich auch so gefühlt mit 3 Hosen übereinander und 5 Oberteilschichten! Dabei habe ich noch einen "warmen" Tag erwischt mit
-12 Grad.


Sonnenaufgang an den Tatio Geysieren auf 4200 m




Caspana


Die älteste Kirche in Chile





12 Katzen - Das perfekte Hostal für mich!



Laguna Cejar
Bin darin auch geschwommen bzw. geschwebt, da die Lagune so salzig ist, dass man einfach nicht untergeht.




Sandboarden in der 150 m hohen Sanddüne - anstrengender als es aussieht!
Vorallem das hochlaufen

Laguna Misqanti

Quebrada Naciamiento
So, jetzt reichts aber. Habe hier ein 600-Leitung (nein ich habe mich nicht verschrieben, ich meine wirklich 600er und nicht 6000er). Daher könnt ich euch jetzt auch vorstellen, wie lange es gedauert hat die ganzen Fotos hochzuladen.