Sonntag, 11. November 2007

Bus fahren - ist doch ganz easy...oder doch nicht?!?

mein 405er und die tollen Schilder

Straßenbau scheint hier nicht unbedingt auf dem Lehrplan zu sein ;-)


Obwohl ich zu dem äußerst glücklichen Teil der Bevölkerung Santiagos gehören, die nicht jeden Tag auf Bus und Metro angewiesen sind, dachte ich es ist mal ne gute Gelegenheit auf dem Weg in eine Mall das Bus fahren zu erkunden.


Man stelle sich vor es gibt tausende Busse hier in Santiago, jedoch keine Busfahrpläne und selbst Bushaltestelle gibt es erst seit einem Jahr (früher konnte man einfach an jedem Stop-Schild ein- oder aussteigen). Jeder Bus hat zwar eine Nr. und ein Schild mit etwa 5-10 Straßennamen, wo er her fährt auf dem Weg durch eine 6 Millionen Einwohner Stadt, an welcher Stelle er aber auf eine bestimmte Straße fährt und wo Bushaltestellen sind weiß man halt, wenn man die Strecke öfter mal gefahren ist oder man weiß es halt eben nicht, wie in meinem Fall ;-)!


Davon nicht entmutigt, stelle ich mich also an die Bushaltestelle direkt vor meinem Haus und sehen schon: ja, die Busse fahren hier in Richtung Stadtteil Las Condes, ist doch ganz easy. Schnell merke ich, dass da auch 2 Linine hinfahren und entscheide mich kurzerhand für Linie 405 und freu mich schon nach also ich schon nach kurzer Zeit einen 405er auf mich zukommen sehe. Er wird immer langsamer und also er gerade etwa vor meinen Füßen ist, drückt der Fahrer schön aufs Gas und lässt mich stehen.

Hmm, wie reagiert man denn darauf? Es stehen noch so einige andere Leute an der Bushaltestelle also: na klar, völlig gelassen: tütütü, ne, mit dem ICH wollte gar nicht fahren. ;-)
Doch was habe ich falsch gemacht? Habe mich also also auf die "Lauer" gelegt und die Chilenen beobachtet. Wenn ein Bus kommt, in den sie einsteigen wollen, wird der Arm rausgehalten und wenn der Bus sozusagen in "zweiter Reihe" fährt, sollte man dazu noch ganz schnell mit dem Arm wedeln. Die Busfahrer halten halt nur dann wenn einer aussteigen möchte, oder wenn man ihnen ein Zeichen gibt, dass man einsteigen möchte.

Alles klar denk ich mir, das kann ich auch! Bis es dann soweit war, dass ich dier unter Beweis stellen konnte, sind mindestens 20 min. vergangen und 5 von den anderen Bussen, dem 411er, an mir vorbei gefahren.

Als ich dann endlich im Bus sitze, merke ich: so ganz richtig ist der hier nicht. Also entscheide ich mich auszusteigen und den Rest zu laufen.

Leider macht jedoch mein Lonely Planet in seinen Karten keinen Unterschied zwischen einer normalen Straße und einer Stadtautobahn, auf der ich geplant habe hinzulaufen. Nach weitere anderthalb Stunden habe ich es dann doch noch geschafft an der Mall anzukommen. Insgesamt hat es mich dann mehr als 2 std. gebraucht.

Gott sei dank, haben die Malls hier bis 22 Uhr auf und dies ist eine besonders schöne. ;-) Trotzdem habe ich selbst bis heute es nicht geschafft einmal komplett durchzulaufen, auch wenn ich an einem Sonntag mal 8 std. darin verbracht habe.


Nun zurück zu meinem ersten Buserlebnis. Irgendwann wollten die Läden dann doch schließen und ich habe mich schon auf das ganze im Dunkeln gefreut!

Die Rückfahrt hat mich dann sehr an eine Achterbahnfahrt erinnert, was sowohl die Dauer als auch die Art sehr gut beschreibt. Wenn die Busfahrer hier mal freie Fahrt haben, dann fahren sie auch so! Wenn man sich dazu dann noch solche Straßen vorstellt wie auf dem Bild, kann man sich das so vorstellen, dass man sozusagen immer wieder eine "Rampe" hochfährt, kurz abhebt und wieder landet.
Also war ich wieder erwarten, war ich dann bloß 5-10. min später in Providencia (Stadtteil in dem ich wohne).

Ja, ich musste feststellen, dass Bus fahren hier wohl eher nicht so ganz einfach ist.

Allerdings war ich sehr erleichtert, als mit die Chilenen erzählt haben, dass sie genauso wenig einen Durchblick haben und auf unbekannten Strecken nicht viel besser als ich darstehen.

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